Die Friedenskönigin: Isabella von Portugal (4./8. Juli)

Vor langer Zeit, um 1300, im Palast von Saragossa, eine Großstadt im Nordosten Spaniens, wurde ein kleines Prinzesschen geboren. Man nannte sie Elisabeth – in Portugal aber sagte man Isabella zu ihr. Sie war die Tochter eines Königs und Enkelin großer Herrscher, doch Gott hatte mit ihr einen besonderen Plan.
Schon als Kind liebte Elisabeth das Gebet. Oft schlich sie sich von den Spielen fort und kniete still in der Kapelle, um Jesus und Maria alles zu erzählen, was in ihrem Herzen war. Ihre Mutter lächelte dann und sprach: „Sie ist wie ihre heilige Großtante, nach der sie benannt wurde: die hl. Elisabeth von Thüringen.“

Doch schon mit zwölf Jahren wurde das Mädchen verheiratet. Ihr Gemahl war König Dionysius von Portugal. Er war klug und stark, aber er liebte Gott nicht so wie sie.
Er beging sogar Ehebruch mit anderen Frauen und die Königin litt still. Aber anstatt bitter zu werden, antwortete Isabella mit Gebet, Fasten und Güte. Sie half den Armen, tröstete die Kranken, gründete Kirchen und Spitäler.

Isabella gebar ihrem Mann eine Tochter und den Thronfolger Alfons IV.
Eine besondere Gabe hatte Gott ihr geschenkt: die Kunst, Frieden zu stiften. Wenn Könige stritten und Heere schon in Schlachtreihe standen, kam Königin Elisabeth herbeigeritten– nicht mit Waffen, sondern mit ihrem Rosenkranz. Mehr als einmal stellte sie sich zwischen die Kämpfer, und durch ihre Bitten legten die Männer die Schwerter nieder.

Sogar zwischen ihrem eigenen Mann und ihrem Sohn drohte einmal Krieg.
Elisabeth fürchtete sich nicht. Sie ritt mitten auf das Schlachtfeld und rief: „Mein Sohn! Mein Gemahl! Denkt daran: Ihr seid Vater und Sohn!“ Und siehe da – der Kampf wurde verhindert.

Als König Dionysius starb, legte Elisabeth die Krone ab. Sie trat als einfache Schwester in den Dritten Orden des hl. Franziskus ein und lebte im Kloster von Coimbra in Portugal. Dort verbrachte sie die Tage im Gebet und in Werken der Liebe. Die Menschen liebten sie, denn sie half während Hungersnöten und blieb eine Mutter für alle.

Noch einmal, schon alt und krank, zog sie hinaus, um Frieden zu stiften – diesmal zwischen ihrem Sohn Alfons und dem König von Kastilien. Sie rettete Portugal vor Blutvergießen, doch die Mühen erschöpften sie. Kurz darauf starb sie in Estremoz, am 4. Juli 1336, in der Kapelle des Schlosses.

In der Kathedrale von Coimbra empfahl Isabella dem damaligen Bischof erstmals die Feier der Empfängnis Mariä. Es war unter den Theologen stark umstritten, ob die Muttergottes unbefleckt (ohne Erbsünde) empfangen war oder nicht. Isabella glaubte es. Durch ihre Vermittlung wurde das Fest 1320 erstmals in der alten Kathedrale von Coimbra gefeiert. In dieser Kirche hängt heute ein schönes Gemälde der Isabella aus dem 17. Jahrhundert.

Die ganze Kirche übernahm das Fest erst viele Jahrhunderte später, 1854. Die Muttergottes erschien unter diesem Titel 1870 „Ich bin die unbefleckte Empfängnis“ in Lourdes in Frankreich der Hl. Bernadette.
Der Leib der Isabella von Portugal wird in Coimbra verehrt. Coimbra ist auch die Stadt, wo hundert Jahre vor Isabella der Hl. Antonius im Augustinerkloster studiert hatte.
An dem Grab geschahen viele Wunder. Die Menschen nennen sie bis heute die Friedenskönigin – denn mit ihrem Glauben, ihrer Sanftmut und ihrem Mut brachte sie den Frieden Christi in eine unruhige Welt.
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